Im Jahr 2013 veröffentlichte der US-amerikanische Kulturanthropologe David Graeber seine These, dass sinnlose „Bullshit-Jobs“ sehr verbreitet seien und Menschen unglücklich machten. Graeber, der 2020 starb, sorgte damit für großes Aufsehen. Doch seine These beruhte auf wenigen qualitativen Daten und war umstritten. Nun stellt Simon Walo, Soziologe an der Universität Zürich, nach einer Auswertung einer großen US-amerikanischen Befragung fest: Waren die Befragten in einem der von Graeber als Bullshit eingestuften Jobs tätig, sahen sie diesen genauso: sinnlos, unnötig, sogar schädlich und nicht zu rechtfertigen.
Die Analyse des American Working Conditions Survey aus dem Jahr 2015 zeigte, dass es noch andere Gründe gibt, warum Menschen ihre Arbeit als sinnlos empfinden, etwa wenn Einfluss und Zuständigkeiten ungleich verteilt sind und somit eigene Ziele nicht erreicht werden können. Dies führe zum Gefühl der Entfremdung, was ebenfalls häufig angegeben wurde.
Graebers Analysen zufolge gelten folgende Jobs als sinnlos: Assistenztätigkeiten, Türsteher oder Rezeptionistin. Außerdem sind laut seiner Analyse schädlich: Vertrieb, Rechtsanwalt, Marketing, Finanzen, Lobbyismus.
Quelle
Simon Walo: ‘Bullshit’ after all? Why people consider their jobs socially useless. Work, Employment and Society, 2023. DOI: 10.1177/09500170231175771