Menschen lieben ihre Hunde, sie füttern und pflegen sie und gehen mit ihnen spazieren. Hunde geben etwas zurück, sie binden sich an Menschen – ob das aber bedeutet, dass sie dankbar sind und echte Gegenleistungen erbringen, ist unklar. In einer ersten Studie zu dieser Frage halfen Hunde jedenfalls einer Person nicht, die ihnen zuvor dabei assistiert hatte, an Futter zu kommen. Auch zeigten sie nach den Experimenten keine Anzeichen dafür, dass sie mehr Sympathie für Helferinnen und Helfer hatten als für unkooperative Personen.
Die Experimente erstreckten sich über mehrere Tage. Jim McGetrick vom Wiener Konrad-Lorenz-Institut für Vergleichende Verhaltensforschung und weitere Forscherinnen und Forscher brachten 21 Hunden zunächst in einem mehrstufigen Verfahren bei, eine Taste zu drücken, um an Futter zu gelangen. Im eigentlichen Experiment dann hatten die Hunde in einem Versuchsgehege entweder mit hilfreichen oder mit unkooperativen Menschen zu tun: In einer Versuchsbedingung unterstützten die Personen die Hunde, per Knopfdruck an das Trockenfutter zu gelangen, das durch eine Glaswand sichtbar, aber nicht zugänglich war, in der anderen Situation taten sie es nicht.
Die Hunde erhielten ihrerseits Gelegenheit, die Menschen dabei zu unterstützen, an „Futter“ zu gelangen, sie konnten also eine Taste drücken, damit die Menschen an Nahrung kämen. Hunde sowie hilfreiche und nichthilfreiche Personen trafen außerdem nach den Versuchen nochmals aufeinander. Die Tiere wurden beobachtet, ob sie sich den kooperativen Personen gegenüber in irgendeiner Weise anders verhielten. Dies war nicht der Fall. Womöglich kennen Hunde das Gefühl der Dankbarkeit einfach nicht, schreiben die Autorinnen und Autoren.
Literatur
Jim McGetrick u.a.: Dogs fail to reciprocate the receipt of food from a human in a food-giving task. Plos One, 2021. DOI: 10.1371/journal.pone.0253277