Gefährliches Gequassel
Auch für Fußgänger kann das Telefonieren mit dem Handy gefährlich werden
Völlig losgelöst von der Umgebung, das Handy ans Ohr gepresst – so sieht man viele Menschen jeden Tag durch die Stadt spazieren. Doch Telefonieren lenkt nicht nur Autofahrer vom Verkehr ab, sondern auch Fußgänger. Und das kann gefährlich werden, wie Jack Nasar und Kollegen von der Ohio State University in Columbus gezeigt haben. Sie beobachteten zwei Stunden lang drei Straßenübergänge in der Nähe ihrer Universität. In dieser Zeit gingen 127 Personen über die Straße, von denen 19 Prozent mit einem Handy telefonierten, 24 Prozent einen MP3-Player nutzten und der Rest keine elektrischen Geräte in Gebrauch hatte.
Und tatsächlich: Die Forscher bezeichnen das Verhalten der telefonierenden Personen in 48 Prozent der Fälle als unsicher, das der „gerätelosen“ Fußgänger hingegen lediglich in 25 Prozent und das der MP3-Player-Benutzer sogar nur in 16 Prozent.
Laut Nasar neigten die Telefonierer dazu, die Straße genau dann zu überqueren, wenn sich ein Auto näherte, und stehenzubleiben, wenn kein Auto kam. Die Personen mit MP3-Player blieben dagegen immer am Straßenrand stehen, unabhängig vom Verkehr. Die Fußgänger, die durch kein Gerät beeinflusst waren, warteten jeweils, ob sich ein Auto näherte, und überquerten dann die Straße, wenn sie freie Bahn hatten.
„Handys sind durchaus nützlich, zum Beispiel in Notfällen. Wir sollten aber unser Wissen darüber vermehren, inwieweit sie Schaden anrichten und zu Unfällen führen können“, betonen die Forscher. Von Anke Römer
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