www.psychologie-heute.de | Friedemann Schulz von Thun im Porträt
DAS PORTRÄT
FRIEDEMANN SCHULZ VON THUN

„Eigentlich bin ich ein Kommunikationsmuffel“

Ein Porträt von Annette Schäfer

Wer kennt nicht sein Kommunikationsmodell mit den vier Schnäbeln und vier Ohren? Spätestens seit den 90er Jahren gehört es zum Standardmodell in beruflichen Seminaren und im Schulunterricht. Seine Trilogie Miteinander reden hat mittlerweile eine Millionenauflage erreicht. Friedemann Schulz von Thun, Professor für Psychologie an der Universität Hamburg, ist der Experte für Kommunikation. Sich selbst aber bezeichnet er als „Kommunikationsmuffel“, der früher durchaus Probleme mit der zwischenmenschlichen Verständigung hatte.

Wenn es um Kommunikation oder Rhetorik geht, kommt man um den Namen Schulz von Thun nicht herum. Die Theorien des Hamburger Professors gehören zum Grundlagenwissen in der Kommunikationspsychologie. Ob Schüler oder Student, angehender Lehrer oder Arzt, aufstrebender Manager oder streitendes Ehepaar, wer sich hierzulande schon mal ernsthaft mit der menschlichen Verständigung befasst hat, ist höchstwahrscheinlich mit seinen Ansätzen vertraut.

Seit rund 35 Jahren erforscht Friedemann Schulz von Thun, wie Menschen besser miteinander reden können. Er zählt zu den bekanntesten deutschen Psychologen. Seine Bücher haben eine Millionenauflage erreicht und wurden ins Holländische, Italienische, Kroatische, Polnische und Chinesische übersetzt. Organisationen aus den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen wenden sich mit Kommunikationsproblemen an ihn, von McKinsey und Amnesty International bis zu anthroposophischen Kindergärten und der Bundeswehr.

Nichts an ihm ist professoral oder prätentiös. Er trägt eine bequeme Hose und ein legeres Hemd. Sein Gesicht ist jugendlich und leicht gebräunt, als hätte er am letzten Wochenende einen langen Spaziergang gemacht. Die Sprechstunde hat mal wieder länger gedauert. Zwischen Tür und Angel beantwortet er geduldig die Frage einer Studentin, die ganz dringend noch etwas wissen will. Herzlich geht er dann auf seine Besucherin zu und bittet in sein bescheidenes Büro im vierten Stock des Betonkastens am Von-Melle-Park, wo die Psychologen und Wirtschaftswissenschaftler der Hamburger Universität untergebracht sind. Er holt Wasser, Kaffee, Kekse und Obst, erinnert an ein früheres Treffen und wie schnell die Zeit doch vergeht.

Mit seiner freundlichen und fürsorglichen Art könnte er auch ein Vertrauenslehrer sein. Man kann ihn sich gut mit Kindern und Jugendlichen vorstellen. Seit der eigenen Schulzeit hat er sich wohl sehr verändert. Seine Mitschüler in der Gelehrtenschule des Johanneums in Hamburg-Winterhude haben in ihm sicherlich keinen Meister der zwischenmenschlichen Kommunikation gesehen.

Schüchtern, unsicher und unbeholfen mit anderen sei er als junger Mensch gewesen, erinnert sich der heute 60-Jährige. „Ich konnte gut argumentieren und gelehrt reden, immer mit vielen lateinischen und altgriechischen Brocken durchsetzt. Doch wie es mir ums Herz war und was ich im Umgang mit anderen fühlte, all die Fragen des Inner- und Zwischenmenschlichen waren mir damals peinlich und verpönt.“

Während sich seine Schulkameraden mit Kumpeln oder der ersten Freundin trafen, spielte der 15-Jährige lieber Schach. Historische Partien studieren, Angriffs- und Verteidigungsvariationen testen, auf Turniere fahren, über viele Jahre ging ein Großteil seiner Zeit dafür drauf. Auf den 64 Feldern des Schachbrettes fühlte sich der junge Schulz von Thun souverän. Keine Gefahr, etwas Uncooles zu sagen, sich beim anderen Geschlecht eine Abfuhr zu holen oder in der eigenen Innenwelt zu verlaufen.

Beruflichen Erfolg dort suchen, wo man seine Stärken ausspielen kann, die meisten Menschen wählen wohl diesen Weg. Schulz von Thun dagegen wurde zum Experten im eigenen „Mangelgebiet“, wie es Christoph Thomann, ein langjähriger enger Freund und Kollege, beschreibt. Doch bis dahin war es ein langer Weg.

Obwohl der Vater bedenklich schaute und ihn selbst heftige Zweifel quälten, schrieb er sich nach Abitur und Bundeswehr für ein Studium der Psychologie ein. Dort strebte er zunächst in einen ihm vertrauten Bereich. Er wollte Denkvorgänge und Denkfehler von Schachspielern erforschen. Für seine ersten eigenen Versuche ließ er Turnierspieler zu vorgegebenen Stellungen „laut denken“, während er alles auf Tonband aufnahm. Als Diplomarbeitsthema stellte er sich eine Untersuchung zum Einsatz der programmierten Unterweisung im Schachtraining vor. Doch am Lehrstuhl seines Universitätslehrers Reinhard Tausch wiegelte man ab – zu wenig gesellschaftliche Relevanz.

Es war Anfang der 70er Jahre. Willy Brandt sprach von „mehr Demokratie wagen“, und an den Universitäten forschte man, wie das zu erreichen sei. Reinhard Tausch, Experte für Erziehungspsychologie, nahm sich der Situation in Spielzimmern, Klassenzimmern und Kindergärten an. Seine Untersuchungen zeigten, dass die Demokratisierung hier noch nicht weit fortgeschritten war. Lehrer, Eltern und Erzieher benahmen sich gegenüber Kindern unhöflich, herablassend und demütigend, so sein Befund, der autoritäre Habitus lebte fort. Als wichtige Aufgabe junger Psychologen sah er es deshalb an, Lehrer und Erzieher in partnerschaftlichem Verhalten zu schulen. Der Optimismus seines Lehrers, dass Kontaktfähigkeit nicht etwas Gegebenes, sondern eine Errungenschaft ist, dass zwischenmenschliche Umgangsformen trainierbar sind, faszinierte Schulz von Thun: „Hier sah ich meine Chance – und ich griff zu.“

Er wurde Diplomand und Doktorand bei Tausch. Die Verständlichkeit schriftlicher Texte und ihre Trainierbarkeit war sein Fachgebiet. Er arbeitete aber auch ganz praktisch an einem Verhaltenstraining für Lehrer mit. Zusammen mit den beiden Assistenten Inghard Langer und Bernd Fittkau pilgerte er durch die Republik, um einen demokratischen Unterrichtsstil, Menschlichkeit und wohlwollende Beziehungen in Klassenzimmern zu fördern. Damals ganz neue Verfahren wie Rollenspiele und Videofeedback setzten sie dabei ein. „Wie drei Musketiere, die auszogen, die Welt zu verbessern, haben wir uns damals gefühlt“, beschreibt Langer, heute selbst Psychologieprofessor in Hamburg, die Stimmung unter den dreien.

Eines Tages meldete sich der Mineralölkonzern British Petroleum (BP) bei den umtriebigen Psychologen. Einige Fortbildungsmanager mit Gespür für den angebrochenen gesellschaftlichen Wandel hatten von Tauschs Arbeit gehört und fragten nun an: „Können Sie nicht ein ähnliches Training für unsere Führungskräfte machen, denn – unter uns gesagt – die verhalten sich auch oft herablassend, gering schätzend und bevormundend?“ Die Anfrage war eine Sensation und führte zu allerlei Diskussionen. Man musste damals nicht ultralinks stehen, um es verwerflich zu finden, dass Psychologen ihr Wissen Managern zur Verfügung stellen. Dennoch ließ sich das Team auf das Angebot ein. Anfangs gestaltete sich die Arbeit schwierig. Hier drei frisch gebackene Diplompsychologen von Mitte 20, die sich als Missionare der Demokratisierung fühlten, dort 16 altgediente BP-Direktoren, an Hierarchie und statusorientierte Autorität gewöhnt. Schon am ersten Kurstag kam es fast zum Eklat. Als Schulz von Thun bat, auf das Rauchen im Seminarraum zu verzichten, zündete sich einer der hochrangigen Teilnehmer demonstrativ einen Glimmstängel an.

Doch die Zusammenarbeit überstand alle Missverständnisse und Reibereien. Unter dem Titel „Klar und gewinnend kommunizieren“ fanden in den nächsten zwölf Jahren rund 50 mehrtägige Seminare mit Führungskräften von BP statt. In deren Rahmen hielt Schulz von Thun einen großen Kommunikationsvortrag, der von Seminar zu Seminar immer ausgefeilter und brillanter wurde, erinnert sich sein Kollege Langer. Schließlich gelang es ihm, seine Erkenntnisse in der Figur des Kommunikationsquadrates zu vereinigen und zu verdichten – ein Modell, das zugleich sehr einfach war und es doch in sich hatte. Mit ihm ließen sich alltägliche Kommunikationsprobleme unterschiedlichster Art anschaulich erklären und Ansätze für Lösungen aufzeigen. „Damals habe ich es nicht für eine große Sache gehalten“, sagt Schulz von Thun heute, „doch nachträglich gesehen begründete das Quadrat meine Identität als Kommunikationspsychologe. Es erlaubte mir, dem ganzen Thema einen persönlichen Stempel aufzudrücken.“

1976 wurde Schulz von Thun mit nur 32 Jahren zum Professor für Psychologie an der Universität Hamburg ernannt. Er gab immer noch Seminare bei BP; weitere Auftraggeber waren dazugekommen. Da wurde er von mehreren Kursteilnehmern auf Ruth Cohn aufmerksam gemacht. Die deutsch-jüdische Psychoanalytikerin und Begründerin der so genannten themenzentrierten Interaktion (TZI) war 1974 aus den USA zurückgekehrt und arbeitete nun als freie Trainerin in der Schweiz. Kurzentschlossen meldete er sich für einen 14-tägigen Kursus an.

Dort erwarteten ihn Enttäuschung und eine faszinierende Perspektive zugleich. Ruth Cohn leitete ihre Seminare ganz anders als er seine. Keine Vorträge, keine Übungen, kein fertiges Programm. Sie schaute sich die einzelnen Menschen an und arbeitete mit dem, was aus deren Innerem kam. Das war viel intensiver und aufregender als seine eigenen Kurse, stellte der junge Professor schmerzlich fest. Mit Cohns Hilfe machte er sich an die Erforschung und Entwicklung des eigenen Innenlebens – und setzte die neuen Erkenntnisse gleich in seinen Seminaren um. Was als Kommunikations- und Verhaltenstraining angefangen hatte, verwandelte sich nun mehr und mehr in eine Selbsterfahrungsgruppe. Wenn ein Vorgesetzter mit einem schwierigen Mitarbeiter nicht zurechtkam, musste er nun erst einmal herausfinden, was das mit ihm selbst zu tun hatte. „Zeitweise haben wir die Selbsterfahrung in unseren Seminaren wohl etwas übertrieben“, räumt Schulz von Thun heute ein. Der zuvor vergessene „innere“ Mensch war jetzt mit einem Mal überbetont, und manche Führungskraft verwahrte sich auch gegen den sanften Zwang zur Selbstentblößung.

Doch Schritt für Schritt gelang die Balance zwischen Gefühl und Verstand, zwischen Menschlichkeit und Professionalität. Heute hält Schulz von Thun Modelle und Theorien sogar für besonders wichtig, um verkopften Menschen – zu denen er vor allem Männer zählt – den Weg zu Selbsterfahrung und persönlicher Entwicklung zu erleichtern: „Wenn ich meinen Kursteilnehmern das Quadrat oder das Bild des inneren Teams erkläre, springt deren Verstand an; Unsicherheit und Abwehr schwinden. Dann riskieren sie nach und nach, die formale Struktur mit ihren eigenen Inhalten zu füllen.“ Die Verbindung von analytischem Denken und ganzheitlichem Fühlen herzustellen, darin sieht er sein eigentliches Talent: „Als Spätentwickler auf der Beziehungsebene, der ich selbst war, bin ich wohl prädestiniert, solche Brücken zu bauen. Ich kann mir eben genau vorstellen, wie es jemandem geht, dem enger sozialer Kontakt und die eigenen Gefühle dabei unangenehm und peinlich sind.“

Dass ihn das Thema ganz persönlich betrifft, ist auch in seinen Büchern deutlich spürbar. Sie sind anschaulich, persönlich und lebensnah. Das macht sie bei Praktikern und Laien so beliebt. Riesigen Erfolg in der akademischen Welt haben sie ihm allerdings nicht beschert. Seit nunmehr fast 30 Jahren hat er eine „kleine“ C2-Professur am Institut für Pädagogische Psychologie. In den 80er Jahren bewarb er sich drei- oder viermal auf C4-Stellen, die mehr Mittel und Renommee gebracht hätten – ohne Erfolg. „Ich habe schnell gemerkt, dass mein Name in der wissenschaftlichen Welt nicht viel zählt, so bekannt ich auch mittlerweile geworden war.“

Enttäuscht oder bitter sei er darüber nicht, versichert er, denn eine rein akademische Karriere habe er nie als Lebensziel angesehen. Dass sein Lehrstuhl seine Emeritierung wohl nicht überdauern wird, schmerzt ihn allerdings schon. Der Strukturplan der Universität sieht die Streichung in fünf Jahren vor. „Wenn nicht ein Wunder geschieht, wird der Lehrstuhl dann dichtgemacht.“

Ganz überraschend ist die Zurückhaltung in der akademischen Welt nicht. Systematisch hat er sich von allem fern gehalten, was in Wissenschaftlerzirkeln Ruhm verspricht. „Den Ansprüchen der strengen wissenschaftlichen Forschung bin ich einiges schuldig geblieben“, räumt er ein, „aber andernfalls wäre ich wegen des Zwanges zur Komplexitätsreduzierung in der strengen empirischen Forschung in der praxisrelevanten Durchdringung der Materie nicht so weit gekommen wie jetzt.“ Sein alter Lehrer Reinhard Tausch sieht in dieser Entscheidung seinen großen Verdienst: „Er hat sich nicht ablenken lassen durch nebensächliche Forschungen, um Erfolg in der scientific community zu haben, sondern hat sich um die Entwicklung und Vermittlung seiner Erkenntnisse bei vielen Personen in der Bevölkerung bemüht.“

Anerkennung für seine praktische Arbeit, der Zuspruch der Studenten, die hohe Auflage seiner Bücher, das sind Erfolge, die ihm wichtig sind. Und sich als Mensch weiterentwickelt zu haben. Dazu gehört auch die späte Gründung einer eigenen Familie. Mit seiner zweiten Frau Ingrid hat er zwei Kinder, den 17-jährigen Felix und die 10-jährige Maxie. Dass er Vater ist, empfindet er immer noch als Sensation. Nach einer ersten kurzen gescheiterten Ehe hatte er dieses Thema für sich fast abgehakt. „Mit 40 hatte ich die Hoffnung aufgegeben, selbst mal Kinder zu haben.“ Die Psychologie habe ihm entscheidend geholfen, überhaupt erst mal gute und tragfähige Beziehungen entstehen zu lassen. „Sie glauben gar nicht, wie ich früher in schwierigen Beziehungsmomenten von Distanz und Unzufriedenheit mir einen Punkt auf dem Teppich gesucht habe, auf den ich stieren konnte, und verstummte.“ Das eigene Innere zu fühlen und sich zu trauen, darüber zu reden, seien für ihn auch im Privatleben wichtige Lektionen gewesen.

Doch manchmal mag auch er einfach nur noch den Mund halten. Nach einem anstrengenden Seminar, einer aufreibenden Vorlesungsreihe, intensiver Familienzeit zieht er sich gerne zurück. Dann fährt er in sein Ferienhaus in Plön. Keine Familie, keine Freunde, kein Telefon. Dann kann er nach Herzenslust schweigen, den eigenen Gedanken nachhängen, Eigenbrötler sein. „Denn eigentlich“, sagt Schulz von Thun und lacht dabei, „eigentlich bin ich immer noch ein Kommunikationsmuffel.“

© Psychologie Heute 2010

Dieser Artikel wurde veröffentlicht in Psychologie Heute 1/2005, Seite 42 bis 47. Heft 1/05 bestellen

Fotos: Anja Lubitz

Jeden Monat stellen wir Ihnen auf unseren Internetseiten eine der wichtigsten, innovativsten und prägendsten Persönlichkeiten aus Psychologie, Psychotherapie und Sozialwissenschaften vor. Die Artikel entstammen unserer Heftserie „Das Porträt“.
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Lesen Sie in diesem Monat über Florian Holsboer

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Friedemann Schulz von Thun

Der Professor für Psychologie an der Universität Hamburg ist der Experte für Kommunikation. Sich selbst aber bezeichnet er als einen ausgemachten „Kommunikationsmuffel“, der früher durchaus Probleme mit der zwischenmenschlichen Verständigung hatte.
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Im Flow sein – wer die Bücher des Psychologen Mihaly Csikszentmihalyi kennt, weiß, wovon die Rede ist. Das Flowkonzept begeistert inzwischen weltweit eine große Leserschaft, verspricht es doch, das „Geheimnis des Glücks“ zu lüften.
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Seit vier Jahrzehnten arbeitet der Psychologieprofessor aus Bamberg unermüdlich daran, die menschliche Seele am Computer nachzubauen. Seine Arbeiten gelten den einen als wegweisend und im höchsten Maße originell, andere sehen sie als Anmaßung an.
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Ihre Bücher sind in jeder gutsortierten Buchhandlung zu finden. Anschaulich bringt sie ihren Lesern das menschliche Gefühlsleben und die Psychologie von C. G. Jung nahe. Wissen zu vermitteln und andere anzuregen ist die große Leidenschaft der Psychoanalytikerin – auch weil dies auf ihrem eigenen Lebensweg nicht immer selbstverständlich war.
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Durch seine pointierten Äußerungen zum Thema „Willensfreiheit“ wurde Wolfgang Prinz einer großen Öffentlichkeit bekannt. Grundsätzliche Fragen zur menschlichen Psyche interessieren den Direktor am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften seit seinem 17. Lebensjahr.
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In den 1980er Jahren wurde der Psychiater als radikaler Reformer einer psychiatrischen Anstalt bekannt. Heute kämpft er gegen die Kommerzialisierung der Medizin und das Abschieben alter Menschen in Heime.
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Er ist der Mann, der uns lehrte einfühlsam zuzuhören. Der Psychologieprofessor Reinhard Tausch hat in den 1960er Jahren die Gesprächspsychotherapie aus den USA nach Deutschland gebracht und gegen Widerstände an der Universität Hamburg etabliert.
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In ihrer Karriere als Psychoanalytikerin und Professorin hat Christa Rohde-Dachser das typische Frauenbild immer wieder gründlich auf den Kopf gestellt. Die Frage nach der Rolle von Frauen, wie andere sie und wie sie selbst sich sehen, hat die Tochter einer Unternehmerfamilie seit ihrer Kindheit beschäftigt.
Inhalt Heft 6/07Zum Porträt

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Der Psychiater Daniel Hell ist auch über Fachkreise hinaus durch seine Bücher zum Thema „Depression“ bekannt geworden. Als Direktor der Psychiatrischen Universitätsklinik, des berühmten „Burghölzli“, hat er beeindruckende Veränderungen durchgesetzt.
Inhalt Heft 8/07Zum Porträt

Hans Jellouschek

Er kennt sich aus mit der Liebe – aus eigener Erfahrung und aus seiner 30-jährigen Arbeit mit Menschen, deren Beziehungsschiff in schwierige Gewässer geraten ist. Hans Jellouschek gilt als Deutschlands bekanntester Paartherapeut. Dabei wäre fast ein Priester aus ihm geworden.
Inhalt Heft 10/07Zum Porträt

Helm Stierlin

Er gilt als Doyen der Systemischen Familientherapie in Deutschland. Mit seinem Heidelberger Modell setzte er sich an die Spitze einer innovativen therapeutischen Bewegung, die psychoanalytisches Denken mit Ideen der Familientherapie, der Kybernetik und Systemtheorie ergänzte.
Inhalt Heft 12/07Zum Porträt

Hilarion Petzold

Psychotherapie ist für ihn keine Technik, die Menschen nur hilft, sich besser anzupassen. Der Psychotherapeut Hilarion Petzold hat immer auch die gesellschaftlichen Verursachungen von Leid, Entfremdung, Krankheit, Verelendung im Blick. Sein Ziel ist, Professionalität mit Humanität zu verbinden.
Inhalt Heft 2/08Zum Porträt

Elsbeth Stern

Seit zwei Jahrzehnten erforscht Elsbeth Stern, was beim Lernen von Naturwissenschaften und Mathematik in den Köpfen der Schüler vor sich geht. Ihr Anliegen ist, zur Verbesserung des Unterrichts beizutragen – auch weil sie selbst auf dem Gymnasium den Spaß an den „harten“ Fächern verloren hatte.
Inhalt Heft 6/08Zum Porträt

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Er gilt als das Enfant terrible der Psychoanalyse. Schonungslos hat sich Tilmann Moser mit der eigenen Zunft auseinandergesetzt und sich damit nicht nur Freunde geschaffen. Im Jahr 2008 feierte der Analytiker seinen 70. Geburtstag. Ist er versöhnlicher geworden?
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Otto Kernberg ist einer der bekanntesten Spezialisten für das Borderlinesyndrom. Seit vier Jahrzehnten kümmert er sich um schwerkranke Patienten, denen ein Gefühl für die innere Einheit der eigenen Person fehlt. Sein eigener Lebensweg hat ihn darauf vorbereitet, diese Menschen zu verstehen.
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Als die Psychoanalytikerin Marianne Leuzinger-Bohleber 2002 geschäftsführende Direktorin des Sigmund-Freud-Instituts in Frankfurt wurde, begegnete ihr ein Haus mit großer Geschichte, das aber für die modernen Zeiten wenig gerüstet war. Leuzinger-Bohleber ist der schwierige Spagat zwischen Tradition und Veränderung gelungen.
Inhalt Heft 12/08Zum Porträt

Irvin Yalom

Er hat vielbeachtete Ansätze zur Gruppentherapie und zur existenziellen Psychotherapie entwickelt. Und er ist der Autor populärer Romane und Kurzgeschichten, die eine breite Leserschaft in aller Welt erfreuen. – Diese sehr unterschiedlich erscheinenden Karrieren laufen auf einen Fixpunkt hinaus: Yaloms Liebe zur Literatur.
Inhalt Heft 2/09Zum Porträt

Daniel Kahneman

Daniel Kahneman ist unter Volkswirten mindestens so bekannt wie unter Psychologen. Im Jahre 2002 wurde er sogar mit dem Wirtschaftsnobelpreis ausgezeichnet. Wie hat der Forscher, der sich selbst als Vollblutpsychologe versteht, den Brückenschlag zwischen den beiden Wissenschaften geschafft?
Inhalt Heft 4/09Zum Porträt

Ingrid Riedel

Farben, Träume, Märchen und Mythen sind ihre Welt. In zahlreichen Büchern, in Seminaren, Vorträgen und in ihrer therapeutischen Tätigkeit spielen diese Themen eine große Rolle. Die Psychotherapeutin und Autorin Ingrid Riedel ist eine Größe in der deutschsprachigen Therapieszene.
Inhalt Heft 7/09Zum Porträt

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Zentrale Hypothesen Sigmund Freuds sind heute wieder topaktuell. Maßgeblichen Anteil an dieser Entwicklung hat der Neuropsychoanalytiker Mark Solms. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, freudianische Konzepte mit modernen Erkenntnissen über die Funktionsweise des Gehirns in Einklang zu bringen.
Inhalt Heft 10/09Zum Porträt

Jürg Willi

Jürg Willi hat als einer der Ersten die Paartherapie im deutschsprachigen Raum eingeführt und sich intensiv mit den interpersonellen Wechselwirkungen psychischer Prozesse beschäftigt. Sein Buch „Die Zweierbeziehung“ ist ein Standardwerk, das die Arbeit von Experten, aber auch viele Partnerschaften wesentlich bereichert hat.
Inhalt Heft 12/09Zum Porträt

Florian Holsboer

Seit mehr als 25 Jahren untersucht Florian Holsboer, wie Depressionen entstehen und wie man sie wirksam behandelt. Der Direktor am Münchner Max-Planck-Institut gehört in der psychiatrischen Forschung zur Topliga weltweit. Der Weg dorthin war nicht unbedingt vorgezeichnet: Der Schauspielersohn machte zunächst Karriere in der Chemie. Sein ungewöhnlicher Hintergrund stellte sich als eine seiner wichtigsten Stärken heraus.
Inhalt Heft 3/10Zum Porträt

Elizabeth Loftus

Ihre Arbeit zum Thema „Erinnerungen“ hat ihr hohes Renommee, aber auch heftige Anfeindungen eingebracht. Insbesondere ihre These, Erinnerungen an sexuellen Missbrauch in der Kindheit müssten nicht immer akkurat sein, hat viele empört. Dabei bezweifelt die Psychologieprofessorin Elizabeth Loftus nicht, dass Kindern Schreckliches passieren kann. Sie selbst wurde als Kind missbraucht und verlor früh ihre Mutter.
Inhalt Heft 5/10Porträt im Archiv

Bildnachweis Porträts:

Foto von Klaus Dörner: agenda (Michael Kottmeier)
Loftus: Axel Koester
Holsboer, Jellouschek, Moser, Petzold, Riedel, Rohde-Dachser, Stierlin, Willi: Stefan Blume
Birbaumer, D. Dörner, Hell, Prinz, Stern, Tausch: Mathias Ernert
Czikszentmihalyi: Ricardo Herrgott
Baltes: Nina Höffken
Kahneman, Kernberg, Solms: Jürgen Frank
Jaeggi: Ingmar Kurth
Schulz von Thun: Anja Lubitz
Leuzinger-Bohleber: Pat Meise
Yalom: Joseph Siroker
Kast: Judith Stadler

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